Wer mit John Burnside in den Keller geht, hat nur selten was zu lachen

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Ist Sprache angeboren, oder wird sie erlernt? Was also passiert mit Kindern, die isoliert aufgezogen werden, ohne dass ein Wort an sie gerichtet wird? Es waren Fragen wie diese, die John Burnside zu seinem ersten Roman inspirierten. Und schon mit seinem Debüt erweist sich der Schotte als sprachmächtiger Meister des Surrealen und Schaurigen.

Seine starke Wirkung verdankt das Buch vor allem der Perspektive: Man liest die Ich-Erzählung eines Psychopathen und unternimmt einen Horrortrip durch dessen Kopf. Luke, der nach dem Tod seiner Mutter allein in einem verwunschenen Haus lebt, gibt zunächst eine Zeitungsannonce auf, in der er sich als Wissenschaftler ausgibt.

Der kleine Bub, den ihm eine ratlose Mutter präsentiert, macht ihm allerdings Angst: "Etwas in der Art des Kindes suggerierte eine schier unerträgliche Bedrohung, ein Gefühl grauenhafter Erwartung." Wohingegen ihn die Passivität der Mutter dazu provoziert, Gewalt gegen diese auszuüben.

Seine zweite Chance als "Forscher" erhält


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