Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Casual Friday ist US-Unternehmenskulturquatsch, so wie Halloween US-Kinderkramkacke und Valentinstag US-Pärchenschmusscheiße ist. Wird man ja wohl noch sagen dürfen. Als Ruth Eisenreich am vergangenen Freitag durch die engen Redaktionsgänge wankte und aussah wie right out of a very cheap and super cheesy monster movie - ausnahmsweise war sie nicht in der Rolle des Mädchens besetzt, das sich den Knöchel verstaucht, sondern wirkte auf eine sehr billige Weise mumifiziert -, begann man sich natürlich sofort zu fragen, ob die Geschäftsführung schon wieder so eine US-Betriebskulturschrulle verordnet hat (ständig müssen wir Ressortleiter Truthähne, Kürbisse oder mit Namensprägung versehene Bibeln verschenken). Tatsache war freilich, dass Eisenreich an einer Sehnenscheidenentzündung laborierte und sich zu Kühlungszwecken feuchte Papierhandtücher an die Unterarme gepappt hatte (Medizin lassen wir die besser auch nimmer studieren).

Während Punkbeamter Gerhard Stöger am Freitag seine glitzy Runde-Geburtstags-Sause im rhiz vorzubereiten hatte, von denen sich die Feierfreudigsten auch bis Montag nicht mehr vollständig erholen würden, brachte Wurmdobler die Studentenserie auf Schiene und wurde am Montag beobachtet, wie er um 17.30 Uhr fredastairmäßig nonchalant die Redaktionstreppe runtersteppte. Jetzt ist es 21.45 Uhr, der Naro schreibt irgendeinen überrecherchierten Kram, während die Eisenreich zu ihrem Abschied ein traditionelles Komatrinken veranstaltet. Da geh ich jetzt auch hin und bin dann mal weg.


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