Links antäuschen, rechts zuschlagen

Der Film "Auf den Barockaden" dokumentiert den Kampf um die Gestaltung des Augartenspitzes

Feuilleton | Baustellenbesichtigung: Michael Omasta | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Der konkrete Anlassfall wäre kaum der Rede wert, und einen Film schon gar nicht. Doch in Wien, einer der am besten verwalteten Städte weltweit, kann selbst ein Stückerl Gstätten zum kommunalpolitischen Desaster werden. So geschehen ab 2007 in der Leopoldstadt am südlichen Zipfel des barocken Augartens, den Joseph II. den Wienerinnen und Wienern im späten 18. Jahrhundert zum Geschenk gemacht hat.

Mehr als fünf Jahre probten Anrainer dort kreative Formen des Widerstands gegen den Bau eines überdimensionierten Konzertsaals für die in unmittelbarer Nachbarschaft residierenden Wiener Sängerknaben. Der private Investor nannte einen achtstelligen Betrag, ein Angebot, das Stadt und Bund nicht ablehnen konnten. Ende 2012 nahm der leicht redimensionierte "Kristallpalast" schließlich den Betrieb auf.

"Auf den Barockaden", ein Film von Doris Kittler, ist das Zeugnis einer Empörung. "I kenn a paar frühere Sängerknaben", meint einer vom Karmelitermarkt, "die haben alle a bissl an Vogel aus


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