Film Neu im Kino

Echte Ehen enden eher: Fincher-Krimi "Gone Girl"

Lexikon | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Gut ist, dass die Marke David Fincher weiterhin funktioniert. Schlecht ist, dass es sie überhaupt gibt: dass einer, dessen "Panic Room" oder "Zodiac" düstere Dramen über Produktionsanlagen bürgerlichen Willens zum Wissen und zur Sicherheit waren, heute Strandlektüreverfilmer ("Verblendung") ist. "Gone Girl", nach Gillian Flynns Erfolgsroman, zeigt, wie Gemahlin verschwindet und Gemahl verdächtigt wird, als Fahndungsmedienevent und führt uns per Rückblenden erwartungsgemäß an der Nase rum. Der Titelzusatz "Das perfekte Opfer" betont, womit das flache Rumoren über Ehehölle und Public Image hier hausiert: Scheinbare Opfer männlicher Gewalt sind halt doch böse Bitches. Dazu Sozialverfallskitsch, lustige Cops & Lovers, gutes Ensemblespiel rund um Pike und Affleck, Abarbeiten von Erzählschutt zu Gebrauchsnoise von Trent Reznor. DR Ab Fr in den Kinos (OF im Burg und Haydn)


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