Der Deutsche auf dem Flüchtlingsboot

Ein Reporter begleitete Syrer auf ihrem Weg über das Mittelmeer - und landete in Innsbruck in U-Haft

Politik | Lektüre und Gespräch: Ruth Eisenreich | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Schulter an Schulter liegen die Menschen auf dem Betonboden des ägyptischen Gefängnisses, Männer, Frauen, Kinder, das jüngste fünf Jahre alt, Schreie von Gefolterten dringen herein. Mittendrin liegt Wolfgang Bauer, 43, Journalist aus dem beschaulichen süddeutschen Städtchen Reutlingen. Es ist der Endpunkt einer Reise, wie sie Europäer sonst höchstens aus Erzählungen kennen.

Täglich kommen derzeit neue Flüchtlinge in Europa an, viele tausend sind in den letzten Jahren im Mittelmeer ertrunken. Wir kennen die Fotos von den überfüllten Booten, wir diskutieren, welcher Staat, welches Bundesland wie viele Asylwerber aufnehmen soll. Aber was passiert, bevor diese Menschen bei uns landen - wie sie auf die Boote kommen, wie ihre Reise verläuft, welche Gefahren ihnen drohen -, das weiß kaum jemand.

Wolfgang Bauer hat es gemeinsam mit dem Fotografen Stanislav Krupar ausprobiert. Im April flogen die beiden nach Kairo, um syrische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa zu begleiten. Das


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