Buch der Stunde

Worum's geht? Um Liebe, Freiheit und Solidarität!

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Das Debüt der aus Wien gebürtigen Nelia Fehn war die Überraschung auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis -jedenfalls in Marlene Streeruwitz' euphorisch besprochenem Roman "Nachkommen.". Darin erzählt die Autorin, die 2011 mit ihrem Roman "Die Schmerzmacherin" selbst für den Preis nominiert war, wie es der blutjungen Nelia (Jg. 1993) in Frankfurt ergangen ist, wie diese mit dem Erbe ihrer tragisch früh verstorbenen Mutter umgeht, die selbst Schriftstellerin war, und wie sie sich der plötzlichen Zuwendung des leiblichen Vaters verweigert.

Nur wenige Monate später legt Streeruwitz nun besagten Roman ihrer Protagonistin vor; und die naheliegende Frage, ob der fingierte Fehn nicht doch ein verkappter Streeruwitz sei, muss mit einem entschiedenen "Na jaaa!" beantwortet werden. Denn einerseits ist der Sound schon deswegen ein anderer, weil Streeruwitz ihre CPS-Rate (comma per sentence) um gefühlte 75 Prozent erhöht hat; andererseits findet man nichtsdestotrotz echte Streeruwitz-Sätze.


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