Phettbergs Predigtdienst

Wenn danach nichts mehr kommt

Kolumnen | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Heute ist der "Tag der Sprachen". Darum veranstalten die Wiener Volkshochschulen und die Wiener Bibliotheken eine Art "Pubquiz zum Tag der Sprachen"(Pubquiz = Quiz, das in Wirtshäusern veranstaltet wird). Natürlich nahm ich unter der Bezeichnung "Team Plemplem" teil. Und ich und unser Team waren bei keiner einzigen Frage sattelfest. Um mir irgendwie aus meiner Misere herauszuhelfen, kaufte ich mir in der Pause eine Art Hühnerfleisch-Omelette mit Petersilie drinnen. Sir eze &Reante &ich bildeten dieses "Team Plemplem".

Auf dem Heimweg dann sah ich an der Autobusstation Gumpendorfer Straße stadteinwärts ein Riesenplakat mit der Überschrift "100 Gemüsearten, um 100 zu werden". Reante ist die stabilste Person, die mich all die Jahre begleitet, und sie sagte soeben: "Bald bist du wieder so blad, wie du je gewesen bist." Am Heimweg regnete es ein bisschen und es waren schon ein paar Schneeflocken dabei, denke ich.

Heutige Ernährung: vom Steman Rote-Rüben-Suppe, gebackener Kabeljau, Kartoffelsalat, schwarzes Häferl mit Haferflocken. Zum Abendessen bereitete mir Sir eze eine halbe Dose Dorschleber mit Champignons und allem möglichen Gemüse. Und dann meine Frustration im Pubquiz, wo ich sicher der Blödeste in der ganzen Runde gewesen bin und mich tröstete mit dem Omelette mit Hühnerfleisch und Petersilie drinnen.

Es waren circa 60 Leute dort und es haben mich keine einzigen Jeans narrisch machen müssen. Mich hat nur meine absolute Dummheit narrisch gemacht. Am ehesten hätte ich noch die Frage geschafft, wo nach dem "Eiergemüse" gefragt wurde oder wie viele Oscars österreichische Filme erhalten haben. Aber ich habe keine Chance mehr, irgendwas von irgendwas zu wissen.

Heute wird der weltweit jüngste Außenminister, Sebastian Kurz (28), vor der Uno-Vollversammlung das Wort ergreifen. Ich mach mir nur Gedanken, was aus dem jungen Mann werden wird nach so einem großen Qualitätsereignis, wenn er dann nicht mehr Außenminister sein darf? Weil mir ging es auch sehr ähnlich. Meine Tätigkeit als Talkmaster ("Phettberg's Nette Leit Show") währte im Ganzen nur neun Monate. Und das tut weh, wenn danach nichts mehr kommt.

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Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr


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