"Ich bin eine gute Hexe"

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner über das unwürdige Schauspiel der Länder im Asylwesen, den Kampf gegen Dschihadisten und ihren Plan für die Beendigung des Massensterbens im Mittelmeer

INTERVIEW: FLORIAN KLENK BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Politik | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014


Foto: Heribert Corn

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In ihrem Büro türmen sich die Akten, sie raucht, sie wirkt gesellig, ihren Pressesprecher Hermann Muhr ruft sie liebevoll „Muhrli“. Johanna Mikl-Leitner ist seit mehr als drei Jahren Innenministerin. Bis auf zwei grobe Fehler – die Vorverurteilung von Pakistanis als Mitglieder einer Schleppermafia und die intransparente Vergabe von Sicherheitsleistungen im neuen Schubhaftzentrum Vordernberg – hat die ehemalige Soziallandesrätin ihr Amt erstaunlich ruhig und unpopulistisch verwaltet. Zumindest wenn man ihre Amtsführung mit der ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger vergleicht.

In den letzten Wochen allerdings zog sich die gelernte Pädagogin den Zorn von Landeshauptleuten und Bürgermeistern zu. Gegen deren Willen begann Mikl-Leitner Flüchtlinge in Hotels einzuquartieren – weil sie die Vertriebenen nicht auf die Straße stellen will, wie sie es nennt. Was erwartet die Innenministerin von den Ländern? Wie reagiert sie auf die Krise und den Dschihadismus in Syrien und im Irak? Wo sieht sie ihre Rolle in der EU-Asylpolitik?

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