Theater Kritiken

Straighter Business-Look vs. billiger Puff-Stil

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Auf der Bühne ein Empfangstisch, der zur Nachtclub-Bar verkommt. Schauplatz von Anna Polonis "Carambolage" ist ein Medienkonzern, an dessen Spitze die gefühlskalte Dornstrauch sitzt. Hier ist man nicht mehr Mann oder Frau, sondern "dient jung und dynamisch dem Tempel, dem Büro". Die kalte Geisteshaltung steht im Mittelpunkt von Anna Maria Krassniggs Inszenierung, die vermeintliche Gegensätze ausspielt: den straighten Business-Look und den billigen Puff-Stil. Die Figuren haben bedeutungsträchtige Namen, sie heißen Dornstrauch, Engel oder Brand, der Sohn wird (böse!)"Gossenprinz" geschimpft, und wenn man mit Worten nicht weiter weiß, singt man. Christian Mair begleitet auf der E-Gitarre, und wenn er mit Petra Staduan Monteverdi interpretiert, ist das der einzig wirklich starke Moment dieser Inszenierung.

Nestroyhof, Fr, Sa, Mi, Do 20.00 (bis 18.10.)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige