Kinderbuch der Stunde

Tote-zum-Leben-Erwecken leicht gemacht

Feuilleton | MARIANNE SCHRECK | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Der Tod ist ein ungemein hässlicher Kerl. Zusammen mit seinem Sinnbild, dem Skelett, vermag er Groß und Klein gehörig Angst einzujagen. Zu tief sind seine schwarzen Augenhöhlen und zu spitz seine über der ganzen Gestalt platzierten Knochen. Wer sich dem schwierigen Thema nun mit Kindern zu nähern hat, der könnte das ausgesprochen beeindruckend mit dem neuen Buch von Chen Jianghong tun.

Der in Paris lebende Autor und Illustrator von zahlreichen Kinderbüchern ist bei seinen Großeltern in Tianjin in China aufgewachsen, wo er vermutlich die chinesischen Märchentraditionen mit der Suppe aufgesogen hat. Die Schale Suppe ist es auch, die im Buch aus dem Skelett wieder einen Menschen werden lässt.

Aber, Moment, zurück zum Anfang: Tong trifft nämlich mitten auf dem Meer das Gerippe eines verunglückten Fischers. Und weil sich das nicht abschütteln lässt, aber auch kein Ungustl zu sein scheint, gibt er ihm - zurück an Land -von seinem Fischvorrat zu essen. Wie ein Scheunendrescher haut


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