Affine Records: Wiener Elektronik abseits der ausgetretenen Pfade

Feuilleton | FLORIAN OBKIRCHER | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Die düsteren Funk-Platten von Zanshin, die verspielten House-Maxis von Ogris Debris, der durchgeknallte Hip-Hop von Okmalumkoolkat: Das Wiener Label Affine Records spezialisiert sich auf Elektronikmusik abseits der ausgetretenen Pfade. "Ich würde unsere Platten als Kopfhörermusik für den Club bezeichnen", sagt Betreiber Jamal Hachem.

Vor sieben Jahren startete der 33-Jährige das Label. Ausschlaggebend war das Demo seines Freundes Oliver Johnson alias Dorian Concept. "Es war ein improvisiertes Free-Jazz-Teil, das er am Computer produziert hatte", erinnert er sich. "Es hat mich umgehauen, und ich wusste sofort, ich muss sein Zeug unter die Leute bringen." Das Demo erschien 2008 unter dem Titel "Maximized Minimalization" und war die erste Veröffentlichung auf Affine. Bis heute folgten 13 weitere: zehn Maxi-Singles, zwei Künstleralben und eine Labelwerkschau. Die meisten Affine-Musiker kommen aus Dorian Concepts erweitertem Freundeskreis: The Clonious und Cid Rim sind Mitglieder seiner Band JSBL, als Solokünstler zu haben und im Trio mit dem südafrikanischen Rapper Okmalumkoolkat für die aktuellste Veröffentlichung des Labels verantwortlich: "Holy Oxygen I", ein Meisterwerk zwischen rohem Hip-Hop und perkussiver Elektronik.

Die Mitglieder des House-Duos Ogris Debris studierten mit Concept an der Medienfachhochschule Salzburg. Einer der beiden, Zanshin, ist auch solo aktiv. Der neueste Zugang des Labels heißt Wandl: ein harmoniesüchtiger junger Beatbastler aus St. Pölten - und Indiz dafür, dass bei Affine Records auch in Zukunft die spannendsten Elektronikmusiker des Landes zu Hause sind.


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