Stadtrand Urbanismuskolumne

Weiterfahren, hier gibt es nichts zu sehen!

Christopher Wurmdobler ist froh, dass Wien nicht von Grachten durchzogen ist

Stadtleben | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Touristenbusse, die aus Sightseeing-Gründen durchs Wohn gebiet fahren, haben in den letzten Wochen nicht nur Bürgerinitiativen beschäftigt. Dass zwei von drei Busunternehmen ab sofort nicht mehr dröhnend durch die engen Gassen des beschaulichen Karmeliterviertels fahren, darf als Erfolg für die lärmgeplagten Anrainer gewertet werden. Wirft aber auch die Frage auf: Was gibt es denn da zu sehen? Die Leopoldstadt wurde zur Ausweichroute für die Touristenbusse, nachdem in der Innenstadt ein Touristenbusfahrverbot ausgesprochen wurde. Und schließlich stellt sich die Frage, wo die roten und grün-gelben Busse künftig ihre Passagiere hinkarren. Die Brigittenau wäre noch Neuland. Oder das boomende Meidling. Auch super für urbane Bus-Kreuzfahrer wäre die Seestadt Aspern. Allerdings kann man da auch ganz toll mit der U-Bahn durchfahren. Glücklicherweise gibt es in Wien keine Grachten wie in Amsterdam. Dort werden Touristen nämlich im Minutentakt an den Häusern und Hausbooten der Bevölkerung vorbeigeschippert. Mit lästigen Tonbandstimmen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige