Erst denken, dann spielen

Der Schauspieler Thiemo Strutzenberger spielt nicht nur gern schwierige Stücke, er schreibt auch solche

Feuilleton | PORTRÄT: WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Dass Schauspieler auch Stücke schreiben, ist nichts Außergewöhnliches. Man denke nur an Molière, Nestroy oder Qualtinger. Thiemo Strutzenberger aber dürfte der erste Schauspieler der Theatergeschichte sein, der nicht nur Stücke schreibt, sondern auch auf ein abgeschlossenes Studium in Gender Studies verweisen kann.

Der 32-jährige Oberösterreicher ist am Wiener Schauspielhaus engagiert. Für die Konzentration auf neue Dramatik ist diese Bühne ebenso bekannt wie für ihr erstklassiges Ensemble. Ein schreibender Schauspieler wie Strutzenberger ist hier also am richtigen Platz.

"Für mich sind der Autor und der Schauspieler Strutzenberger fast zwei verschiedene Personen", sagt Schauspielhaus-Intendant Andreas Beck. "Die Souveränität, die er auf der Bühne ausstrahlt, merkt man dem Autor nicht an, finde ich. Beim Schreiben ist er mehr Denker als Spieler."

Zu Strutzenbergers Lehrern am Reinhardt-Seminar zählten Klaus Maria Brandauer und René Pollesch. Extremere Antipoden als der genialische


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