500 Millionen Geschenke

Der Radiohead-Sänger Thom Yorke verkauft seine Musik ab Hof, die neuen Songs von U2 sind geschenkt noch zu teuer

Feuilleton | ANALYSE : SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Versetzen wir uns zurück ins Jahr 1997, in dem Radiohead das Album "OK Computer" veröffentlichten und sich in eine andere Umlaufbahn katapultierten. Ohne massive Unterstützung einer Plattenfirma wäre das nicht geglückt. Gary Gersh, der Chef von Capitol Records, sagte damals: "Unsere Aufgabe ist, Radiohead als Links-der-Mitte-Band ins Zentrum zu führen. Und wir werden nicht lockerlassen, bis sie die größte Band der Welt sind."

Vor der Veröffentlichung schaltete Radioheads britische Plattenfirma große Anzeigen in Tageszeitungen und Londoner U-Bahn-Stationen. In den USA verschickte das Label 1000 Tapedecks mit einer Kassette des Albums drin an Journalisten. Jeder, der sich für die Band interessierte, wusste, dass am 21. Mai 1997 eine neue Platte von Radiohead erscheint -und fand sich an diesem Tag beim Tonträgerhändler seines Vertrauens ein.

17 Jahre später bringt Radiohead-Sänger Thom Yorke sein zweites Soloalbum, "Tomorrow's Modern Boxes", heraus. Ohne Werbung oder Vorlaufzeit:


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