HÖFLICHKEIT IST EINE ZIER

Der Wiener Elektronikmusiker Dorian Concept begeistert die Welt - und übt sich doch äußerst konsequent in Understatement

PORTRÄT: GERHARD STÖGER | Feuilleton | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Groupies? Dorian Concept lacht, halb belustigt, halb peinlich berührt. Ja, sagt der 30-jährige Wiener Elektronikmusiker, die habe er durchaus. In der Regel aber nur männliche: Typen, die nach Konzerten zu ihm kommen, um über Equipment zu sprechen; Typen, die ganz genau Bescheid wissen und sehr spezifische Fragen stellen; Typen, die oft selbst elektronische Musik produzieren.

"Ich hoffe, das klingt nicht sexistisch, aber dieses Nerdtum zeichnet dann doch vor allem Männer aus", sagt Dorian Concept, der eigentlich Oliver Thomas Johnson heißt und als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter in Wien-Neubau aufgewachsen ist. Er macht sich in diesem Moment wohl tatsächlich Sorgen, musikinteressierten Frauen Unrecht zu tun. "Diese Nerds können rührend sein, aber manchmal möchte man nach einem Auftritt um vier Uhr in der Früh auch einfach nur schlafen gehen, anstatt in ein emotionales Gespräch verwickelt zu werden."

Dorian Concept ist einer der international

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