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Hüsker-Dü-Legende Grant Hart im kleinen Rahmen

Lexikon | GS | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Das Wiederhören von alten Helden kann eine zwiespältige Sache sein. Erst recht, wenn ihre Solokarriere nach der Mitgliedschaft bei einer Überdrüber-Band wechselhaft verlaufen ist und ihr Lebenwandel kein gesunder war. Nicht so bei Grant Hart (53), dem einstigen Schlagzeuger von Hüsker Dü, einer der einflussreichsten US-Untergrundkapellen der 1980er. Vom Knüppelpunk kommend, fand das Trio innerhalb weniger Jahre zum bittersüßen Powerpop; tausende Bands hat es nachhaltig geprägt. Diese Bands laufen bis heute unter "Indie/Alternative"; an die Größe und Bedeutung von Hüsker Dü kamen allenfalls Nirvana heran, aber das ist auch schon wieder lange her. Krach schlägt Grant auf seinem mit 20 Songs langen, aber nie langweiligen aktuellen Konzeptalbum "The Argument" kaum mehr, in den Bann zieht er nach wie vor. Der Stoff eines unveröffentlichten Manuskripts von William S. Burroughs, das wiederum auf John Miltons "Paradise Lost" basiert, wird zu gediegener Musik zwischen Schlichtheit und Opulenz, wobei David Bowie nicht nur einmal freundlich grüßt. Vor Jahren gastierte Grant Hart beim Songwriterfestival Blue Bird im Porgy & Bess, jetzt ist er im kleinen Rahmen am Gürtel zu erleben.

Rhiz, Di 21.30


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