Film Neu im Kino

Altmodischer Western mit Subtext: "The Salvation"

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Achtzehnhunderteinundsiebzig im Wilden Westen: Nach sieben Jahren der Trennung kann der dänische Auswanderer Jon seine Frau Marie und seinen Sohn in den USA empfangen. Doch auf dem Weg zu seinem Anwesen nimmt das Glück ein Ende: Zwei Mitreisende werfen Jon aus der Postkutsche und vergewaltigen Marie. Als der Däne die Kutsche einholt, findet er seine Familie ermordet und erschießt beide Verbrecher. Kurze Zeit später wird in der Stadt nach dem Mörder der Outlaws gesucht. Einer der Toten war der Bruder des Bandenchefs Delarue, dem die Stadt Schutzgeld zahlt und der nun auf Rache sinnt. Von seinen feigen Nachbarn kann Jon sich keine Hilfe erwarten.

Der dänische Regisseur Kristian Levring hat mit "The Salvation" einen überraschend altmodischen Western geschaffen. Als "Tribut an den klassischen amerikanischen Western", so Levring, vereint er in seinem in Südafrika gedrehten Werk alle Zutaten: Ein schweigsamer (und bald einsamer) Held tritt gegen eine Übermacht von Bösewichtern an. Die Emotionen sind karg wie die Landschaft, die Männer haben panzerharte Schalen. Die Frauen, oft am Rand der Handlung, haben besonders wenig zu sagen: Marie spricht kein Englisch, Madelaine, Delarues Schwägerin, wurde die Zunge herausgeschnitten. Am Rand wird sie allerdings nicht bleiben.

Levrings düsterer Film ist keinesfalls langweilig, doch auch nicht außergewöhnlich originell. Viel rettet die Besetzung, Mads Mikkelsen als Jon und Eva Green als Madelaine könnten aber so viel mehr, als finster zu blicken, wenn die Handlung es erlaubte. Interessant ist der Subtext, der am Schlussbild kondensiert: In der Andeutung, dass Profitgier und Gewissenlosigkeit schließlich gesiegt haben, ist der dänische Blick auf Amerika in zukunftsgerichteter Weise kritisch.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige