Wie funktioniert das Leben an der Universität Wien?

Stadtleben | PROTOKOLLE: ORLANDO SÜSS | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Mit edlen Holzvertäfelungen verzierte Wände, ein schwerer, dunkler Schreibtisch, in der Mitte ein minimalistischer Glastisch, umgeben von einem Kreis aus Ledersesseln. Dort sitzt Heinz W. Engl. Er ist Universitätsprofessor für Industriemathematik an der Johannes-Kepler-Universität Linz und seit 2011 Rektor der Universität Wien. Wie ist das Unileben aus Sicht des Rektors?

Die Universität ist derzeit in 19 Fakultäten und Zentren gegliedert, also wissenschaftliche Subeinheiten. Von Rechts- und Wirtschaftswissenschaften über mehrere naturwissenschaftliche Fakultäten, Lebenswissenschaften, vielfältige Geistes- und Sozialwissenschaften bis hin zu Theologien. Wir sind also sehr breit und umfassend aufgestellt, was in der Forschung ein Vorteil ist, da wir Disziplinen, die sich normalerweise nicht berühren, zusammenbringen können. Aber auch Studierende haben hier die Möglichkeit, sich außerhalb ihres Faches, im Speziellen über sogenannte Erweiterungscurricula, weiterzubilden. Losgelöst vom ,Tagesbetrieb der Unternehmen‘ betreiben wir an der Uni Wien neugierdegetriebene, internationale Forschung. Etwas, was man früher ,Orchideenfächer‘ nannte, wird plötzlich wichtig, wenn sich die Themen der Gesellschaft ändern. Islam ist heute brandaktuelles Forschungsthema, vor 30 Jahren war das ganz anders. Eine Universität muss den Fundus an Wissen und Methodik bereithalten, um auf neue Fragen Antworten zu geben.


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