Nüchtern betrachtet

Der 15A fährt Monte Laa, der 7A zum HQ der WGKK

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/14 vom 08.10.2014

Um in ein Sabbatical zu gehen, benötigt man einen Langzeitarbeitsplatz in einer wohlhabenden Weltgegend, ein zusätzliches Arbeitsangebot , das so interessant ist, dass man es nicht ausschlagen mag und hinreichend erspartes oder -erbtes Geld, damit man sich das alles auch leisten kann. Im Freundeskreis wird man auf mittelgroßes Hallo stoßen und freundliche Reaktionen ernten, denn in ein Sabbatical zu gehen ist in unseren Kreisen fast so gut angeschrieben wie die Züchtung alter Apfelsorten oder die Adoption verhaltensauffälliger Katzen aus Tierheimen.

Wer in ein Sabbatical geht, hat Wege. Nun habe ich, sieht man von Tod und Teufel, Siechtum, Schwermut , Schwachsinn und Stofftieren an den Rucksäcken erwachsener Frauen ab, vor nichts so viel Angst wie vor Ämtern, Behörden und Körperschaften. Es ist, als hätten mir meine Eltern als Bub nicht Franz Karl Ginzkey, sondern ausschließlich Franz Kafka vorgelesen . Dabei ist mein Horror gar nicht durch reale Erfahrungen gedeckt, bin ich


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