Nüchtern betrachtet

Es fährt ein Bus nach Nirgendwo

Feuilleton | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Günther Anders hat den Begriff der "prometheischen Scham" geprägt. Er bezeichnet die Kapitulation vor der Überlegenheit der Dinge. Wer sich freilich, so wie ich, bereits vor einer Draisine geniert, dem ist das Hubble-Teleskop dann auch schon wurscht. Ich frage mich stattdessen, wer eigentlich der antike Gott der Bürokratie ist.

Auch wenn Ämter meist über Tag situiert sind, bilden sie doch eine Art "Unterwelt", weswegen ich mutmaße, dass sie in den Zuständigkeitsbereich von Pluto fallen, der ohnedies mit der Führung des Sterberegisters befasst ist.

Die plutonische Scham, also die darob, weniger über mich zu wissen als die Menschen, die mich verwalten ,ist mir schmerzhaft vertraut und wurde aktuell von der mir im HQ der WGKK erteilten Auskunft befeuert, man könne mir keine Selbstversicherung "anbieten", da ich ohnedies bei der Sozialversicherungsanstalt versichert sei.

Logo, ich bin ja Kleinstunternehmer! Hatte ich vergessen. Und dass der Doppelversicherungszwang während eines Sabbaticals


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