Saftig bezahlt

Drei Jahre Haft. Zum OGH-Urteil gegen Ex-Innenminister Ernst Strasser

Politik | Gerichtsbericht: Florian Klenk | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Ernst Strasser ergreift das Schlusswort. "Ich muss einbekennen", sagt der Angeklagte, "dass ich im Umgang mit dieser Materie schwere Fehler gemacht habe. Ich habe die Rechnung saftig bezahlt bekommen."

Da stutzten die Höchstrichter und Prozessbeobachter im Dunkel des vertäfelten Saals B im Justizpalast ganz kurz. Will er hier doch noch ein Geständnis ablegen, in letzter Sekunde? Mitnichten: "Das, was mir die Anklagebehörde vorwirft, das ist nicht die Wahrheit. Niemand anderer wie ich kann das in dieser unüberbietbaren Klarheit sagen, weil ich ja selber dabei war."

"Saftig bezahlt", das war ein schönes freudianisches Schlusswort des Angeklagten, der kurz darauf wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Es ist ein gerechtes Urteil, das der ehemalige EU-Delegationsleiter der Volkspartei ausfasste, und es ist lehrreich für die Republik.

Zunächst einmal zeigt der Richterspruch, wie verschieden Österreichs Strafrichter die Strafe zumessen, wie unterschiedlich


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