Schöner Klonen

Spannende Entdeckungen bei "Curated by": Heidi Buchers Latexhäute und Jon Rafmans digitale Klimt-Tapeten

Feuilleton | Kunstkritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Das Bellevue im Schweizer Ort Kreuzlingen gehörte zu den ersten psychiatrischen Kliniken, in denen Patienten als seelisch Kranke und nicht nur als Irre behandelt wurden. Vier Generationen der Ärztefamilie Binswanger leiteten die Anstalt, in der prominente Patienten wie der Schauspieler Gustaf Gründgens oder der Maler Ernst Ludwig Kirchner behandelt wurden.

Nach seiner Schließung 1980 verfiel das Sanatorium, aber bald setzte die Künstlerin Heidi Bucher dem Ort auf ihre spezielle Weise ein Denkmal. An der Wand der Galerie Georg Kargl hängt derzeit eine seltsam verschrumpelte, braune Leinwand, die eine Tür oder einen Schrank zeigt. Bei der Arbeit "Psychiatrische Anstalt Kreuzlingen" handelt es sich jedoch um keine Malerei, sondern um eine der "Häutungen", die Bucher seit Beginn der 1970er-Jahre vorgenommen hat. Dafür bestrich sie Möbel und ganze Zimmer mit flüssigem Latex und zog die auf Gazestoff getrocknete Schicht schließlich ab.

Die vor 30 Jahren verstorbene Künstlerin gehört


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