Neue Bücher

Das Buch als Körper und als immaterielles Gut

Feuilleton | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Roland Reuß liebt Bücher. Das sieht man nicht nur an dem so schönen wie unauffälligen Layout von "Die perfekte Lesemaschine", sondern das spürt man in jedem seiner Worte. Wenn es um Bücher geht, kann der Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft auch zornig werden. Und manchmal sogar ein bisschen überheblich. Aber schließlich geht es um nichts weniger als die Rettung einer uralten Handwerkskunst: den Satz und Druck eines Buches auf eine Art und Weise, dass nichts vom Eigentlichen, vom Lesen und Erfassen des Textes, ablenkt. Reuß gliedert seinen Weckruf alphabetisch, von "Apostroph" über "Papier" bis zum "zweispaltigen Satz". Und im Laufe der Lektüre beginnt man zu begreifen, dass, wie ein Buch gemacht ist, tatsächlich keine Nebensache darstellt. Was ein Buch mit "Körper" im Gegensatz zu Computer und E-Book zu bieten hat, ist wohl kaum je kenntnisreicher und kompakter dargestellt worden. KB

Roland Reuß: Die perfekte Lesemaschine. Zur Ergonomie des Buches. Wallstein,

  310 Wörter       2 Minuten
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