Phettbergs Predigtdienst

Irgendwie hab ich jetzt eine Heimat

Kolumnen | Hermes Phettberg | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Am meisten freute mich heute der Geburtstagswunsch von Reiner Reitinger, der mit mir die Roland-Maturaschule besuchte, er erfolgreich, und ich ohne Erfolg. Ich erfreute mich aber an den Jeansboys, die in der Maturaschule herumgammelten.

Gestern mietete ich mir für zehn Jahre das von der Gemeinde Wien für Ewald Penz gestiftete Armengrab 72B/14/61. Es waren bei untergehender Sonne zwölf Persönlichkeiten anwesend (Hannes Benedetto Pircher, Raja Schwan-Reichmann, Reante Schweiger, Walter Jöbstl, Gloria, NAC-HI, Manuel Millautz, Sir eze, Harry Ecke und seine Freundin Julia und Moritz Kienesberger mit lockigem Haar &ein unglaublich schönes Mädchen, ebenfalls mit lockigem Haar, aus unglaublich weit entfernter Gegend) und natürlich "ich", sobald es mein Rechtsanwalt erlauben würde.

NAC-HI stiftete gestern beim Eingang Tor 2 am Wiener Zentralfriedhof ein Picknick mit Gansl- und Bratlfettn und Retzer eingelegten Gurkerln, frischem Knoblauch und mehreren Äpfeln aus Retz und Finnenbrot vom Hafner, Most & Rot-und Weißwein von meinem Bruder Theo. Manuel Millautz stiftete dunkelrote Rosen.

Hannes Benedetto hat mich hinund heimgefahren, nach dem Picknick waren wir noch im Concordia-Schlössl, wo eine riesen Jesus-Statue mit Zirkel steht, dem Symbol des Freimaurertums, von den Steinmetzen gestiftet, vorm Tor 1 des Zentralfriedhofes eine Art ideales Wirtshaus für Totenmähler, wo nur Kerzen brennen.

Raja Reichmann war schon in mehreren Ländern Osteuropas, von wo sie berichten kann, dass immer zu allen Gedenktagen usw. gemahlt wird an den Gräbern ihrer Angehörigen. Und da ich keinen richtigen Angehörigen mehr habe außer Ewald Penz, der auch total verarmt verstorben ist, erklär ich mich hiermit als seelisch arm und setze mich hiermit ans Grab von Ewald.

Dr. Wilhelm Aschauer hat mich am Dienstag mit der Akupunktur behandelt und dazugesagt: "Frisch verfressen." Denn ich musste nach dem Picknick noch viel essen im Concordia-Schlössl (ein riesen meterlanges Käsebrot und eine Powidl-Palatschinke). So viel Schnackerlstessen wie vorgestern hatte ich noch nie gehabt.

Irgendwie hab ich jetzt eine Heimat: 72B/14/61.

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