Theater Kritik

Oblomow heute: Hysterie statt Lethargie

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Nach der Oblomow' schen Lethargie sucht man hier vergebens. Aufgedreht und laut ist Steffen Jägers sehr freie Bearbeitung von Iwan Gontschwarows Roman über den Großgrundbesitzer, der an seiner eigenen Faulheit zugrunde geht. In "Shut (me) down" wird geschossen, "wenn es zu persönlich wird", und grundsätzlich spricht man aneinander vorbei anstatt miteinander. Im Mittelpunkt steht die Investmentbankerin Lilie (Julia Schranz), die am Tag nach ihrer Beförderung plötzlich nicht mehr aus dem Bett aufsteht. Man kriegt die Krise, von der erzählt wird, aber schwer zu fassen zwischen all den Partyhüten, fliegenden Aktenstapeln, Mona Lisas und einem Chor der Obdachlosen. Anstelle der Lethargie ist die Hysterie getreten. Warum eigentlich?

Tag, Mo-Mi 20.00


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