Gerechtigkeit für Joel und Amanda

Der Justizminister will Cybermobbing unter Strafe stellen. Tatsächlich existiert hier bisher eine Gesetzeslücke

Falter & Meinung | Kommentar: Ingrid Brodnig | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Sie nannten sie eine Schlampe, ihre Schulkollegen schrieben auf Facebook: "Ich hoffe, sie stirbt." Am 10. Oktober 2012 nahm sich Amanda Todd, 15, dann tatsächlich das Leben. Der Fall löste weltweit Trauer und Entsetzen aus. Vor allem, weil die junge Kanadierin ihre Pein auf Youtube dokumentiert hatte. In dem Video hielt das Mädchen Kärtchen in die Kamera und erzählte Karte für Karte, wie sie die Freude am Leben verlor: In der siebenten Schulstufe begann Todd mit Freunden und Fremden via Webcam zu chatten. Ein Typ, der nett schien, überredete sie, ihren Busen herzuzeigen. Dann schickte er die Bilder an alle Menschen in Todds Umfeld. Die Familie, die Schulfreunde, jeder wusste davon. Und egal, wohin das Mädchen zog, überall tauchte wieder das Foto ihrer Brüste auf.

Schulkollegen spielten beim Mobbing mit, lachten über sie, grenzten sie aus. Auf einem Kärtchen, dass Todd in die Kamera hielt, stand: "Ich bin wie ein Witz für die Welt ... Ich glaube, niemand verdient das", dahinter


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