Pop Tipp

Elektronische Beats, ja die gibt's nicht zu knapp

Lexikon | SF | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Das Festival Electronic Beats ist eine weltweite Marke, in Wien findet es jährlich im Herbst statt. Hier treten angesagte Künstler im Zeichen des Dancefloors - wohlgemerkt: keine DJs, sondern Liveacts - auf, bisweilen finden sich darunter auch Legenden wie zuletzt der Südtiroler Discopate Giorgio Moroder. Der Veranstaltungstitel ist zwar redundant, denn elektronische Beats finden sich heute in fast jeder Musikproduktion, aber man merkt ihn sich wenigstens - und unter den auftretenden Acts sind auch immer welche von erlesener Qualität.

Headliner ist heuer der kanadische Musiker Dan Snaith alias Caribou. Mit seinem letzten Album "Swim"(2010) gelang ihm eine wirklich schöne Arbeit und ein ungeplanter Crossover-Erfolg: Der nerdige Produzent holte mit seinen menschenfreundlichen Klängen und Rhythmen auch viele Indiehörer ab. "Swim" wurde zur Konsensplatte. Mit Spannung wurde der Nachfolger erwartet, kürzlich ist er erschienen. Leider klingt "Our Love" wie ein braver Kompromiss zwischen Floor-Fillern und zaghaften Versuchen in Songwriting, der nur ja keinen der zuletzt gewonnenen Fans verschrecken will. Neue wird Caribou damit allerdings auch kaum finden.

Mehr Stimmung in der Hütte sollte bei Omar Souleyman sein. Der seit Jahren durch die Clubs dieser Welt tourende syrische Musiker ist das internationale Aushängeschild des Dabke-Sounds: einer schnellen, mitreißenden und auf gute Weise nervigen Musik, die bei verwöhnten jungen Europäern ebenso funktioniert wie bei Hochzeitsfesten in der Levante. Sehr schön kann es auch mit der kanadischen Sängerin und Musikerin Jessy Lanza werden. Sie bringt elektronischen Pop mit R&B zusammen. Dabei kümmert sie sich weniger um Effekte und geile Sounds als um das Erschaffen emotionaler Stimmungsbilder.

Museumsquartier, Halle E, Sa 20.00 (ausverkauft)


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