Theater Kritiken

Du sollst singen: Todsünden im Volkstheater

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Laut römischer Kirche ist das peccatum mortiferum eine bewusst begangene, schwerwiegende Tat wider Gott. "Die sieben Todsünden" (nie als solche offiziell kanonisiert) haben von der mittelalterlichen Malerei (etwa Hieronymus Bosch) bis hin zu Computerspielen die Künste beeinflusst. Auch Kurt Weill und Bert Brecht. Michael Schottenberg inszeniert nun deren knapp 35 Minuten kurzes Werk dazu. Es erzählt das eher unfreiwillige Abgleiten einer gewissen Anna in die Sündenpfuhle Amerikas, Klassenkampf inbegriffen -alles um eines kleinen Hauses in Louisiana willen. Maria Bill singt und pantomimisiert diese Geschichte, bravourös unterstützt vom Chor der "Familie"(bemerkenswert als Mutter: Ivaylo Guberov) und dem Orchester der Vereinigten Bühnen. Davor gibt sie, wohl als Füller, noch neun Lieder von Weill.

Volkstheater, Di 19.30


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