Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Vier Tage Hungerstreik, um Hilfe für die Stadt Kobanê einzufordern

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Donnerstag, Uno-City: Schweißperlen sind auf seiner Stirn. Nadir Aykut, 51, blinzelt in die Sonne. Es ist ein ungewöhnlich heißer Tag für Oktober und Nadir Aykut hat seit Montag, also seit vier Tagen, nichts gegessen. Er ist einer von zehn Kurdinnen und Kurden, die direkt vor der Wiener Uno-City in den Hungerstreik getreten sind. Trotz allem lächelt Aykut.

"Wir wollen uns solidarisch zeigen mit unseren Freunden in Kobanê", sagt er, jener Stadt, die von der Terrorgruppe angegriffen wird, die sich "Islamischer Staat" nennt. Aykut fordert, dass die Kurden in Kobanê Hilfe bekommen. Auf seinem weißen Umhang steht vorne "Hungerstreik" und hinten "Schweige nicht zu Kobanê". Aykut ist Musiker, seit 25 Jahren in Österreich und immer schon politisch aktiv für die kurdische Autonomie. Heute Abend wird er den Hungerstreik beenden: "Wir brauchen Kraft für morgen, dann kommt die Demo." Vielleicht lächelt er auch, weil er sich auf die Linsensuppe freut, die es abends gibt.


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