Der polternde Nachlass des Machiavelli aus der Pfalz

Gegen den Willen von Deutschlands Exkanzler Helmut Kohl ist ein Buch erschienen, das auf bisher unveröffentlichten Gesprächen mit ihm aufbaut

Politik | Rezension: Werner A. Perger | aus FALTER 42/14 vom 15.10.2014

Unter den politischen Büchern der Saison ist dieses nicht das wichtigste, aber eines der interessantesten. Vor allem ist es unterhaltsam und leicht zu verdauen, es darf gelacht werden. "Vermächtnis - die Kohl-Protokolle", nicht gerade rechtswidrig veröffentlicht, aber gemessen an den guten Sitten im Zusammenwirken von Politik und Medien schon eine Art von Regelwidrigkeit, ist ein Buch zum Wundern und, sofern einem die konservative CDU am Herzen liegt, zum Weinen.

Im Berliner Biotop ist es zurzeit die heißeste Nebensache der Saison, der Smalltalk im Café Einstein hat für ein paar Wochen ein Thema, der Buchhandel freut sich.

Wer sich mit Kohl und dessen mächtigem Schatten über der deutschen Demokratie zu Ende des 20. Jahrhunderts beschäftigt hat, kennt das meiste. Kohl und seine Feinde: "Birne", wie ihn die Spötter und Gegner nannten, was ihn ärgerte und kränkte, hatte viele auf der Liste, die er nicht mochte, verachtete oder geradezu hasste.

Kohls Elefantengedächtnis in Sachen


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