Qual der Auswahl

Seit vergangener Woche hat Wien seinen vierten Carsharing-Anbieter. DriveNow setzt auf schicke Autos und City-Nähe

Stadtleben | ÜBERBLICK: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Die einen setzen auf praktisch, die anderen auf modisch. Während Wiens größter Carsharing-Anbieter car2go mit seiner 800 Fahrzeuge starken Flotte aus Smarts zweckmäßige kleine Autos für den Großstadtverkehr anbietet, bringt sein neuer Konkurrent Schönes auf die Straße: Seit vergangener Woche stehen 400 1er-BMWs, SUV X1 und Minis des Carsharing-Anbieters DriveNow in der Innenstadt - auch in der Cabrio-Version und allesamt mit Kindersitzen.

DriveNow folgt demselben Prinzip wie car2go: Die Autos kann man in jeder x-beliebigen Parklücke im 82 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet des Anbieters zurücklassen, sie müssen nicht bei bestimmten Parkplätzen abgegeben werden, so wie das bei den beiden anderen relevanten Wiener Anbietern, Zipcar und Flinkster, der Fall ist, die fixe Stellplätze haben.

Insgesamt sind nun also rund 1400 Wagen von Carsharern auf den Straßen, und obwohl das Konzept vom geteilten Auto immer beliebter und das Angebot immer dichter wird, hapert es dabei irgendwie immer noch an der Qualität.

Das Problem ist nämlich, dass sich die Einzugsgebiete von car2go und Drive-Now - die einzigen beiden Anbieter, die spontane Fahrten überhaupt ermöglichen -weitgehend auf die innerstädtischen Bezirke beschränken und die Randbezirke nur teilweise umfassen. Auch Zipcar verfügt nur über wenige Parkplätze jenseits der Donau.

Das heißt: Sämtliche Autoteiler parken ihre Flotten da, wo das Netz von Bim, Bus und U-Bahn dicht ist und Parkplätze ohnehin schwer zu finden sind. Seltsam, wäre das Carsharing-Angebot doch eigentlich genau dort interessant, wo die Öffis auslassen. Doch genau hier, bei langen Strecken und Überlandfahrten, zeigt sich die Schwäche des Systems Carsharing: der Preis. Zwar liegen die Minutenpreise im Cent-Bereich, muss man aber auch die Stehzeiten zahlen, weil man sich außerhalb des Einzugsbereichs befindet, wird's echt teuer.


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