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FM4-Session zum 30er: Die Goldenen Zitronen

Lexikon | GS | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Mit "Who's Bad" war den Goldenen Zitronen 2013 erstmals nach vielen Jahren wieder ein schwächelndes Album ausgekommen. Zu viel Schwurbel, zu viel Vorhersehbarkeit, zu viel Kunst und Theater. Auf der Bühne des Brut erlebte man die Goldies, wie die Band um Schorsch Kamerun und Ted Gaier von Fans genannt wird, beim Konzert zur Platte dann aber in Bestform: intensiv, fordernd, aggressiv und bei aller Widerborstigkeit auch durchwegs euphorisierend. Begonnen hatte die Karriere der Hamburger einst im Funpunk-Fahrwasser der Ärzte und der Toten Hosen mit Hits wie "Am Tag als Thomas Anders starb" oder "Für immer Punk", den Massenerfolg haben sie aber bald sabotiert. Spätestens seit dem Album "Das bisschen Totschlag"(1994) stehen die Zeichen überhaupt auf Diskurs und Anti-Rock. Zum 30-jährigen Bestehen spielen Die Goldenen Zitronen heuer zwei spezielle Konzerte, eines davon im denkbar unpunkigen Rahmen des plüschig bestuhlten Radiokulturhauses. Für die dortige FM4-Session - die Eintrittskarten werden vom Sender verlost - stellt die Band ein besonderes Programm in Aussicht. Wer bei der Kartenverlosung leer ausgeht: Am 5. November ist in der FM4 Homebase ein Mitschnitt zu hören.

Radiokulturhaus, Di 20.00


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