Musiktheater Premiere

Atridendrama II: Manfred Trojahns Orest

Lexikon | HR | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

In "Orest" arbeitet Manfred Trojahn den Mythos vom Muttermörder auf. Neben Frauenfiguren wie Helena, Elektra, Klytaimnestra, die ihm Gewissensqualen bereiten, gibt es auch hier ein "Doppel": Apollo und Dionysos, die zwei Seiten einer Figur darstellen, den politischen Zyniker und den sinnlichen Verführer. Trojahn gelang die Verknüpfung der archaischen Konflikte fast im Sinne einer psychiatrischen Versuchsanordnung: "Orest ist ein außerhalb der Gesellschaft stehender Obdachloser, dazu verdammt, seine eigene Geschichte wieder und immer wieder zu durchleben, aus den Fußtritten der Passanten erwachsen ihm die Stimmen der Erinnyen ..." Walter Kobéras Neue Oper Wien führt das mit Klemens Sander als Orest auf.

MQ, Halle E, Premiere Di 20.00 (bis 4.11.)


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