Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Pop

Diverse: Master Mix. Red Hot + Arthur Russell

Zu Lebzeiten veröffentlichte der 1992 40-jährig an den Folgen einer HIV-Infektion verstorbene New Yorker Cellist, Disco-Avantgardist und Songwriter Arthur Russell kaum Musik, gekannt haben ihn nur Hardcore-Insider. Heute ist sein Name durch diverse posthum erschienene Tonträger Pop-Allgemeingut. Auf dieser Doppel-CD covern ihn mehr (Hot Chip, Scissor Sisters, Robyn) oder weniger bekannte Indie-und Popacts von heute. Ein löbliches Unterfangen, die Originale bleiben allerdings unerreicht. (Yep Roc) GS

Global

Das GMH Salon Orkestar: Terry Goes Around

Das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar, die aufgeweckte österreichische Weltmusikformation um die Akkordeonistin Franziska Hatz, ist eigentlich ein Quartett. Dank diverser Gäste ist das zweite Album aber in bis zu zehnköpfiger Besetzung entstanden. Dick aufgetragen wird deshalb nicht, vielmehr geht es hier um Feinheiten und Details. Klezmer reicht Balkan die Hand, Jazz und alpine Folklore hat man im Hinterkopf, Pop fürchtet man nicht, und die Feierlaune darf durchaus einmal in Schwermut umschlagen. (Eifelbaum) GS

Klassik

Veronika Skuplik: Violino

Unter dem schlichten Titel "Violino" spielt Veronika Skuplik barocke österreichische Violinkompositionen; das bisher unentdeckte Manuskript fand sie im Kärntner Landesmuseum. Stilistisch erinnern die anonym überlieferten Suiten und Sonaten an Biber und Schmelzer, sie entstanden wahrscheinlich um 1680. Es sind hübsche, fein auskomponierte barocke Tanzsätze, denen Skuplik mal alleine, mal im Duett mit der Lautenistin Evangelina Mascardi unterschiedlichste Stimmungen zu entlocken vermag. (fra bernardo) MDA


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