DER ICH-GENERATOR

Das 21er Haus würdigt den Wiener Künstler Peter Weibel, der vom Staatsfeind zum Museumsdirektor aufstieg

Feuilleton | PORTRÄT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Der Name Peter Weibel löst unterschiedliche Reaktionen aus. Die einen halten ihn für einen bedeutenden Theoretiker, die anderen für einen Diskurshallodri. Seine Fans sind von dem kreativen Projektemacher begeistert, die Kritiker über seine Unzuverlässigkeit verärgert. Weibel ist stolz auf seine Kenntnisse der höheren Mathematik; manche zweifeln hingegen die Seriosität seiner wissenschaftlichen Arbeiten an. 1968 kroch er in einer legendären Performance als Hund an der Leine von Valie Export durch die Wiener Innenstadt, eine Satire auf autoritäre Dressur. Ist er ein Protagonist oder nur eine Nebenfigur der Avantgarde?

Das 21er Haus widmet dem 70-jährigen Generalisten nun eine Retrospektive, eine reichlich späte museale Würdigung. "Kritik lässt mich nicht unberührt", sagt Weibel beim Gespräch im 21er Haus, wo er gerade mit dem Aufbau seiner Ausstellung beschäftigt ist. "Aber ich habe in meinem Leben auch die Erfahrung gemacht, dass die Grenze zwischen Klatsch und Kritik fließend


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