Packmas!

2300 Quadratmeter Ideen: Das Packhaus ist derzeit Wiens größtes Zwischennutzungsprojekt

Stadtleben | HAUSBESUCH: CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Ganz schön ehrlich: "Wir machen das, weil es besser für das Gebäude ist, als es leer stehen zu lassen", sagt Clemens Billek von Convert Immobilien. Und weil diese Art Zwischennutzung gut für das Grätzel sei, fügt er hinzu. Vor einigen Monaten hat Convert der Initiative Paradocks, die sich schon länger mit dem Thema der Zwischennutzung auseinandersetzt, das seit Jahren leerstehende ehemalige Bundesrechenzentrum in der Marxergasse überlassen - zunächst befristet bis Ende 2015. Seit Mai heißt das Gebäude Packhaus und beherbergt Büros, Ateliers, Ausstellungsund Veranstaltungsräume sowie eine kleine Kantine, die allerdings nur den Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung steht. Nutzen ist ein gutes Stichwort, denn tatsächlich sind hier auf 2300 Quadratmetern Fläche und sechs Etagen feinster 70er-Jahre-Architektur keine Mieterinnen und Mieter, sondern 50 sorgsam ausgewählte Initiativen, Start-ups, Kreative und junge Unternehmen, die mehr wollen als einen mit zehn Euro pro Quadratmeter all inclusive günstigen Büroraum, versammelt. Den Macherinnen des Projekts, die kürzlich von der Wirtschaftsförderagentur Departure mit einer Auszeichnung bedacht wurden, geht es vor allem darum zu zeigen, welche Möglichkeiten "die neue Arbeit" birgt, Vernetzung steht dabei im Vordergrund. Zudem will man auf das Potenzial leerstehender Räume hinweisen und das Projekt wissenschaftlich begleiten. Erstaunlich ist, was die unterschiedlichen Nutzer aus den Räumen gemacht haben. Manche stellten einfach nur Tische auf, andere rissen Teppichböden raus und designten ihren Freiraum. Vom Übersetzungsbüro über Spielentwickler, Grafiker oder Kunstvermittler tummeln sich hier die unterschiedlichsten Disziplinen. Und wenn die Tür offen steht, darf man sogar hineinschauen ins Packhaus


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