Kolumne Außenpolitik

Die neue Pest und der Westen: was Ebola politisch bedeutet

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Zwei scheinbar entgegengesetzte Bilder zur Ebola-Epidemie waren auf den Titelseiten der internationalen Presse zu sehen. Das erste Foto zeigt ein sterbendes afrikanisches Mädchen, das von seinen Eltern an einer Straßenecke ausgesetzt wurde, aus Angst vor Ansteckung. Das zweite zeigt spanische Krankenpfleger hinter den verschlossenen Fenstern einer Madrider Klinik, die wie Raumfahrer in hermetische Schutzanzüge gesteckt wurden, um sie und uns gegen das tödliche Virus abzuschirmen.

Das erste Bild erinnert an die irrationalen Ängste vor der Pest, das zweite steht für den rationalistischen Glauben, sich durch Technik und Wissenschaft von allen Bedrohungen abschotten zu können. Die Ebola-Epidemie spielt sich zwischen diesen beiden Polen ab: In Panik zu verfallen ist ebenso wenig gerechtfertigt, wie sich in Sicherheit zu wiegen. Es ist möglich, die tödliche Epidemie zu stoppen, aber dazu bedarf es einer globalen Anstrengung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat spät reagiert, aber


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