Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bio Johannisbeere Hasenfit

Ordnungsliebendes Obst zu chaotischem Saft verarbeitet

Stadtleben | MS | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Man hätte Stein und Bein geschworen, dass es Ribisel und Johannisbeere heißt und damit die rote und die schwarze Beere gemeint ist. Wer sich im Linné'schen Pflanzensystem zurechtfindet, der wird schnell feststellen, dass die Johannisbeere der Gattungsbegriff ist und ergo eine rote und eine schwarze existieren muss. Die Familie heißt Stachelbeere, und was die Ordnung betrifft, da können wir wieder von vorne beginnen: Steinbrechartige (Saxifragales). Da gibt es so hübsche und lautmalerische Arten wie die Prachtspiere oder den Fetthennen-Steinbrech.

Was die Schwarze Johannisbeere auszeichnet, ist ihr hoher Vitamin-C-und Anthocyan-Gehalt, was unserem Immunsystem, das sich erst wieder an die beginnende "Heizsaison" anpassen muss, zupasskommt. Aber auch im Frühjahr ist sie ein Hit: Ihre jungen Blätter mit kochendem Wasser übergossen, ergeben einen zart aromatisierten Tee, der flatternde Nerven zu besänftigen weiß.

Die oberösterreichische Firma Hasenfit macht seit den 90er-Jahren Bio-Direktsäfte. Startschuss war eine fette Bio-Karotten-Ernte. Der daraus entstandene Apfel-Karotten-Saft dürfte ein so großer Erfolg gewesen sein, dass man beschloss, mit der Biolinie weiterzumachen. Mittlerweile umfasst das Sortiment 15 verschiedene Säfte von Erdbeere bis Rote Rübe, wobei der Apfel ein tonangebendes Cheffrüchtchen zu sein scheint. Das Corporate Design hält sich bedeckt. Ein paar Dinge funktionieren ganz gut für sich, nur nicht im Ganzen: Geschmacksrichtung Kraut und Rüben.


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