Nüchtern betrachtet

Neonjackengendering in der Gartenschaugasse

Feuilleton | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Ich möchte mich für mein Langsulzgassenbashing von letzter Woche entschuldigen. Oder besser: Ich möchte mich erklären. Ich finde die Station Langsulzgasse und alle, die dort ein- und aussteigen, voll okay. Bushaltestellen müssen nicht "cool", "crazy" oder der "Dernier Cri" sein, es reicht voll, wenn die Menschen, die dort wohnen, nicht weit gehen müssen. Und für aufgekratzte Sabbaticalisten wie mich ist es auch überhaupt kein Problem, zur Siedlung Südost zurückzufahren und dort in den 68B umzusteigen.

Man soll sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich bin, verdammt noch mal, so alt wie Nastassja Kinski oder Kati Outinen und brauch mir nix mehr zu pfeifen. Echt nicht. Und wenn ich sage: "Der 68B ist die schärfste Radialgelenksbuslinie der südlichen Wiener Peripherie", dann ist das auch so - quasi ex cathedra. Ich steige Gartenschaugasse aus. Sieben 48er sind gerade am Laubsortieren. Genau genommen sind es sechs 48erinnen und ein 48er. Sie haben neonfarbene Laubsortierjacken


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