Mediaforschung Verführungskolumne

Woraus sind die schönen A1-Werbungen gemacht?

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Ein Bursche sprintet durch den lichten Saal, ein Mädchen schlägt anmutig einen gestreckten Rückwärtssalto. Akrobaten schrauben sich im Ensemble durch die Luft; sie scheinen zu schweben. Der Inhalt des neuen A1-Spots ist in vier Worten erzählt: Jugendliche turnen in Zeitlupe. Das hört sich klein an. Aber es ist richtig groß: 34 Sekunden Ästhetik pur.

Gestört wird der Clip nur durch die Einblendung der Werbebotschaft (A1 hat das beste Netz). Aber wer bemerkt die schon, wenn man gebannt die erhebenden Figuren studiert? Die Metabotschaft kommt ohnehin an: A1 ist cool. Warum gelingt das der Firma immer wieder?

Über Jahre hat der Mobilfunkanbieter eine eigene Werbesprache kreiert. Man erkennt A1-Werbungen, noch bevor man am Schluss das Logo sieht.

Die beiden Merkmale dieser Sprache sind die herausragende Optik und der stilsichere Griff in die Plattenkiste. Bild und Ton wirken stets wie füreinander komponiert.

Die Zutaten, die die Wiener Agentur Nitsche im neuen Spot zusammenmischte: eine begnadete Regisseurin (erneut Leigh Ogilvie aus Südafrika). Gecastete Meisterathleten (sieben Kunstturner aus Vorarlberg, Wien und der Steiermark). Eine filmreife Location (der Malersaal der Eventlocation Art for Art im dritten Bezirk). Spezielle Kameras für Slow-Motion-Aufnahmen (bis zu 240 Bilder pro Sekunde). Und schließlich der zusammengeschnittene, mächtige Song "Fitzpleasure" der Alternative-Popband Alt-J. Abschmecken, einmal umrühren, und fertig ist der Werbeschmaus.


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