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Nacktbaden

Falter & Meinung | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Man könnte diese Kolumne dem Ärztestreit widmen: Die Ärzte des Lorenz-Böhler-Krankenhauses begehrten gegen ihren Arbeitgeber auf; der meldete sich zu Wort, vertreten durch Gerhard Klein, den Leiter der Arbeitsrechtssektion im Arbeits- und Sozialministerium. Seine Botschaft an Werner Vogt, der die Position des zivilen Ungehorsams auf Ärzteseite vertrat: "Letztlich wird auch Herr Dr. Vogt zur Kenntnis nehmen müsse, was für alle anderen Arbeitnehmer in Österreich auch gilt: Anordnungen des Arbeitgebers, überhaupt wenn sie auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zielen, sind zu befolgen." Hände falten, Goschn halten. Klassiker.

Wir breiten das nicht aus, reden nicht von dem schönen Porträt, das Sigrid Löffler vom israelischen Schriftsteller David Grossman zeichnete, und lassen auch das Liz-Phair-Porträt von Doris Knecht bis auf einen Satz beiseite: "Unverschämt spielt Liz Phair die Tatsache aus, dass sie eine Frau ist, und zwar eine schöne, und dass diese kurzen dünnen Stofffetzchen an ihr bedeutend netter aussehen als beispielsweise an den Burschen von Nirvana."

Nein, statt all diese feinen Texte zu vertiefen, zitieren wir aus dem "Index Wiengefühl":"Medien. Prälat Staberl höhnte in einer Sonntagspredigt die katholische Kirche - et cum spiritu tuo! Amen, plus. Der andere Sektierer, Fenstergucker bei täglich Alles, schrieb, dass ,die meisten österreichischen Männer (zu denen er zweifellos auch zählt) mit Madeleine Petrovic im Mondschein gern nackt baden gehen möchten'. Minus. ,Eukalyptus, der Faschist unter den Bäumen!' Diese Enthüllung verdanken wir dem ORF-Wissenschaftsmagazin 'Nova', plus. Großartig war Oskar Werners letztes Interview im ORF, plus.

Kultur. Die Pläne für ein schiefes Hochhaus von Hans Hollein am Donaukanal kamen ans Licht, plus. Den Mann mit dem Namen eines englischen Bombers, dem Grinsen eines Kukidentvertreters und dem Kinn Iwans des Schrecklichen, Burt Lancaster, traf der Schlag. Bye, Burt, minus. Das Wiener Polizeiorchester blies Helmut Zilk zum Abschied den ,Zilkmarsch', plus." AT


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