Musiktheater Kritik

Atridendrama I: Christoph Glucks Iphigénie

Lexikon | HR | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Torsten Fischer inszeniert "Iphigénie en Aulide et Tauride" als zwei Gluck-Opern an einem Abend mit Rückgriffen auf seine früheren Iphigenie-Inszenierungen, er verknappte die Aulis-Handlung und befreite sie von den plakativen Antikriegsstück-Anspielungen. Es ist nun die Personenaufstellung einer Familiengeschichte: Die beiden Sängerinnen der Iphigénie tauschen die Rollen, die jeweils andere ist die Göttin Diana, auch Agamemnon Christoph Pohl wird zu König Thoas. Großartig singt vor allem Véronique Gens die tauridische Priesterin Iphigénie, die ihren Bruder Oreste opfern soll. Auch Stéphane Degout, Rainer Trost und Michelle Breedt beeindrucken, Leo Hussain dirigiert die Wiener Symphoniker akzentuiert, der Schönberg-Chor agiert wie im antiken Drama. Ein großer Abend.

Theater an der Wien, Fr, Mo, Mi, 19.00


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