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#aquaplaning

Falters Zoo | GERHARD STÖGER CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 43/14 vom 22.10.2014

Ihr erster Roman, mit dem die Fotografin und Journalistin Ela Angerer gerade in den Medien sehr präsent ist, heißt "Bis ich 21 war" (Deuticke Verlag), und genau darum geht es in dem Buch über eine wohlstandsverwahrloste Ich-Erzählerin auch. Vergangene Woche präsentierte Angerer das Buch gemeinsam mit der Wiener Schauspielerin Nicola Kirsch und deren mittlerweile in Hamburg tätigem Kollegen Philipp Hochmair im Schauspielhaus. Wobei man sagen muss, dass die Form eines Live-Hörspiels vor parasitärer Kulisse und mit Musik sowie Diavorführung sehr gelungen war. Was natürlich auch an den beiden Profis lag, gegen die sich die Autorin aber durchaus zu behaupten wusste. Allerdings hätte man vielleicht nicht so viel verraten dürfen: Jetzt wissen wir ja schon, wie der Roman ausgeht, oder?

Wurde der Graffi tikünstler Banksy jetzt in London geschnappt oder nicht? Paul Busk ist jedenfalls der Wiener Banksy. Nun hat Busk gemeinsam mit Ida Steixner und Lena Krampf vom Modelabel Meshit (das so was wie Wiens Alexander Wang ist) gemeinsame Sache gemacht. Am Wochenende präsentierte das Trio im Meshit-Shop die "MEBUSKSHIT"-Kollektion: limitierte Anziehsachen im typischen Busk-Buchstaben-Look. Wendeplakate und eine eigene Schrift gibt es auch noch zum Gratis-Download auf www.meshit.at. Gibt's das auch mit den niedlichen Busk-Äffchen drauf?

"Gehirnaquaplaning": Dieses Wort fiel tatsächlich in "Schicksalsjahre eines Nerds", jenem ersten Solostück von und mit Monochrom-Gründer und -Mastermind Johannes Grenzfurthner. Auch wenn sich der Mann auf der Rabenhof-Bühne vehement dagegen wehrte, gerade Kabarett zu machen: Es war Kabarett. Autobiografisches Kabarett zwar, mit allerlei Anekdoten und einem Foucault-Zitaterl am Schluss. Interessant war, dass das Publikum ermutigt wurde, während der Vorstellung zu twittern (#grenz). Und vielleicht war das sogar das Nerdigste des ganzen Abends: die vom Displaylicht erleuchteten Gesichter im Auditorium. Nächste Vorstellung: 30. Oktober.

Das mit den blutigen Anfängern haben Wanda im so was von ausverkauften Chelsea vergangenen Freitag allzu wörtlich genommen. Vor vielen euphorisierten jungen Menschen präsentierte die aufregendste neue Band der Stadt dort ihr lässiges Debütalbum "Amore", aber die Liebe alleine genügte dem Sänger Marco Michael Wanda nicht; er wollte auch den Schmerz. Also wälzte er sich auf der Bühne, auf der er eben erst ein Schnapsglas zertrümmert hatte, und mit blutiger Schramme an der Wange hechtete er dann zum Crowdsurfing ins Publikum. Ein Debüt, wie er beteuerte. Der ungeschickten Beinarbeit nach zu urteilen könnte das stimmen, die Discokugel im Chelsea hat den Tritt mit dem Stiefel gerade noch überlebt. Für alle, die nicht mehr reingekommen sind: Das nächste Konzert gibt es am 7. Dezember im Flex, gemeinsam mit dem Nino aus Wien.

Und dann, ach!, geht's ja auch auf dem Karlsplatz ab. Nicht nur, dass vor der Karlskirche die Milliardenstadt Hypotopia (siehe S. 20) steht, im Containerhaus "Mobiles Stadtlabor" der TU wurden die Vienna Open eröffnet. Nein, es geht nicht um Tennis, sondern um Design und Technik. Das von Gerin Trautenberger und Georg Russegger kuratierte Festival läuft noch bis Anfang November.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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