Als der Journalismus fotografieren lernte

Ein neues Buch zeigt die Frühzeit des österreichischen Fotojournalismus: von emanzipativen Phasen bis zu faschistischer Folklore

Medien | Buchempfehlung: Ingrid Brodnig | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Wie kann man Geschichte am eindrücklichsten erzählen? Mit Bildern. Das zeigt das neue Buch des Historikers Anton Holzer, der die Frühzeit des Fotojournalismus in Österreich aufgearbeitet hat. Ab 1890 drucken Zeitungen Fotografien anstelle von Zeichnungen ab, die in den Jahren darauf publizierten Bilder spiegeln die großen gesellschaftlichen Themen Österreichs wider: das Ende der Monarchie, den Versuch einer Demokratie, die extreme Armut, den Bürgerkrieg, die Machtergreifung der Austrofaschisten und schließlich die totale Gleichschaltung aller Medien durch die Nationalsozialisten.

Spannende Details werden im Buch "Rasende Reporter" offensichtlich: So sieht man, wie die Austrofaschisten auch in ihrer Bildsprache den Weg für die Nationalsozialisten ebneten. Ab 1933 werden linke Medien verboten, die Berichterstattung wird heimatverbundener, statt urbaner Szenen werden vielfach Naturfotos und folkloristische Aufnahmen abgedruckt.

Mit mehr als 400 Bildern und in 31 Kapiteln erzählt Anton Holzer eindrucksvoll, wie sehr sich Österreich und auch der Journalismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandelten.

Termin: Buchpräsentation am Donnerstag, 30.10., in der Galerie Westlicht (7., Westbahnstraße 40) um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei


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