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Grundkurs Naturwissenschaften und Porträt einer Herrscherin

Feuilleton | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Naturwissenschaftliche Theorien können das Publikum faszinieren, letztlich aber gelten sie als Produkt einer kalten Ratio, die das schöne Ganze der Welt fragmentiert und entzaubert mit einer fantasiefeindlichen Liebe zu Apparaten und Formeln. Bis weit ins 19. Jahrhundert war das anders: Wissenschaftler wurden als schöpferische und visionäre Menschen verehrt. Das ist der Zustand, den wiederherzustellen sich Ernst Peter Fischer seit Jahrzehnten mit jungenhafter Begeisterung und Talent zur anschaulichen Reduktion müht.

Dass auch die grandioseste Entdeckung keine finale Lösung und stets interpretationsbedürftig ist, hat zwar nichts mit Zauber zu tun. Aber wenn Fischer ins Erzählen kommt, wird man gerne wieder zum staunenden Kind, das weiß, dass es fast nichts weiß, doch immerhin so viel erkennt: Wissenschaft ist ein unentbehrliches Mittel, um die Schönheit der Welt wahrnehmen und würdigen zu können. SK

Ernst Peter Fischer: Die Verzauberung der Welt. Eine andere Geschichte der Naturwissenschaften.


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