Krach beim Literaturwettbewerb in Klagenfurt - die Hintergründe

Feuilleton | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Anfang Oktober erklärte die Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin (u.a. auch für den Falter) Daniela Strigl ihren Rücktritt als Jurorin beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Der Hintergrund: Im Jänner war ihr vom ORF die Juryleitung angeboten worden. Zu ihrer Überraschung wurde jedoch ihr Jurykollege, Zeit-Kritiker Hubert Winkels, zum Vorsitzenden bestimmt. Außerdem wurde beschlossen, die Form des öffentlichen Wettlesens zu reformieren. ORF-Kärnten-Direktorin Karin Bernhard entschuldigte sich daraufhin bei Strigl telefonisch, verlautbarte aber anschließend auf der Bachmann-Preis-Website, es habe nie eine fixe Zusage an Strigl gegeben.

Im Internet äußerten viele Strigl-Fans ihren Protest. Einen offenen Brief unterzeichneten u.a. Elfriede Jelinek und der Preisträger von 2014, Tex Rubinowitz, sowie paradoxerweise auch Hubert Winkels selbst, der vorher noch bereit gewesen war, die Juryleitung zu übernehmen. Der Ball liegt nun bei ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ORF-3sat-Manager Reinhard Scolik, die die Veranstaltung mitfinanzieren. Wrabetz hatte 2013 angekündigt, den Preis einzusparen, hatte sich nach Protesten dann aber anders entschieden.


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