Ein Witze-Guru redet über Gott und die Welt

Der Kabarettist als Weltverbesserer: Mit "Ich allein?" schließt Roland Düringer seine systemkritische Vortragstrilogie ab

Feuilleton | Kabarettkritik: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Der Titel seines Programms ist eine Frage: "Ich allein?" Roland Düringer betritt die Bühne des Wiener Orpheums mit Waldviertler-Schuhen und Latzhose, er beantwortet sie gleich nach wenigen Augenblicken. "Schaun S'mi an! So ana is ned alan", sagt er und zupft demonstrativ an seinen geschmückten Bartzöpfen.

Sie sehen ein bisschen irre aus, sie sind sein neues Markenzeichen. Ein bissl weltfremd sei er, das hätten ihm die Leute in letzter Zeit immer wieder gesagt. Und wer weltfremd sei, der mache den anderen Angst, sagt Düringer.

Der Kabarettist gefällt sich in der Rolle des Aussteigers, der das System infrage stellt. Er spielt sie authentisch leidenschaftlich. Einst sammelte Düringer Autos und füllte mit seinem PS-starken Programm "Die Benzinbrüder" zwei Mal die Wiener Stadthalle.

Irgendwann verkaufte er den Fuhrpark, legte stattdessen einen Garten an und gibt seither den Konsumverweigerer und Weltverbesserer. Die Wandlung vom CO2-Saulus zum Bio-Paulus verleiht seiner Show etwas Missionarisches:


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