"Wir haben es besprochen, jetzt geht es ganz schnell"

ÖVP-Nationalrat und Behindertensprecher Franz Huainigg besuchte für den Falter den Sterbehilfe-Film "Hin und weg"

Feuilleton | Kinobesuch: Franz Huainigg | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Meine Assistentin Pia lenkt meinen Elektrorollstuhl, den ich aufgrund meiner Lähmung selbst nicht steuern kann, per Joystick in den vorgesehenen Stellplatz in der Straßenbahn. Und los geht's, "hin" zum Kino. Plötzlich ein Krach -ein Auto ist seitlich in die Straßenbahn gefahren, sodass die einzige Tür, bei der ich raus und rein kann, nicht mehr aufgeht.

Es dauert etwas, bis mich Polizei und Feuerwehr wieder befreien, aber ich schaffe es gerade noch rechtzeitig ins Kino. Viele sagen: Das ist doch kein Leben mehr, wenn man im Rollstuhl sitzt - aber das Gegenteil ist der Fall: Ich fühle mich lebendiger und abenteuerlicher denn je.

In Christian Züberts Film "Hin und weg" bestimmt heuer Hannes (gespielt von Florian David Fitz) das Ziel der Radtour mit Freunden, Belgien. Die Freude auf die gemeinsame Unternehmung wird aber durch Hannes Offenbarung getrübt, sich dort aufgrund seiner vor zwei Jahren diagnostizierten Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) durch assistierten Suizid töten


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