"Casting ist Kuppeln im Kopf"

Regisseur Ira Sachs erzählt im Viennale-Film "Love Is Strange" eine Geschichte von der Liebe im Alter

Feuilleton | Interview: Julia Pühringer | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Es ist sein genauer Blick auf familiäre Strukturen, der das Kino von Ira Sachs ausmacht. Dabei enthält sich der 48-jährige US-Regisseur, der mit "Forty Shades of Blue" (2005) auch bei uns bekannt wurde, jeder Wertung und legt vielmehr mit großer Sympathie für seine Charaktere offen, welch filigrane Konstrukte notwendig sind, um das Menschsein in einer Gruppe möglich zu machen.

"Love Is Strange" lautet der mehr als passende Titel seines neuen Films, in dem Alfred Molina und John Lithgow als ältliches schwules Paar mit einer heftigen Lebensumstellung zurechtkommen müssen, ihr Quartier verlieren und kurzfristig bei Verwandtschaft und Freunden Unterschlupf finden. Konflikte in allen Größenordnungen im Zusammen- und Getrenntleben sind vorprogrammiert. Eines der Highlights der diesjährigen Viennale.

Falter: Nimmt der Film in Sachen Beziehung Anleihen bei Ihrem Leben?

Ira Sachs: Gewissermaßen. Ich bin in einer Beziehung, die begann, als ich Anfang 40 war, und es ist wohl die erste, bei


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