Der Stress bleibt trotz Stresstest

Auch wenn die EZB den Ernstfall einer schweren Krise simuliert: Europas Bankenregulierung bleibt Stückwerk

Falter & Meinung | Kommentar: Kurt Bayer | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Die europäische Wirtschaft grundelt dahin. Sie bewegt sich in Trippelschritten auf das Niveau von 2007 zu, also das Niveau vor der Finanzkrise. Sieben mehr als magere Jahre ohne Wachstum, das ist ein Verlust von etwa 25 Prozent an nicht realisiertem Wohlstand. Wir reden erst gar nicht von den Arbeitslosen, der Armut, der Polarisierung der Gesellschaft durch ungleichere Einkommensverteilung und dem zunehmenden Populismus vor allem xenophober Politiker.

Neben der verfehlten Wirtschaftspolitik ist dafür vor allem die ungenügende Sanierung des Bankenund Finanzsektors verantwortlich. Die Bankbilanzen stecken noch immer voller uneinbringlicher Kreditforderungen und anderer Altlasten. Es gibt in Europa noch immer viel zu viele Banken. Die nationalen Regulierungsbehörden beginnen erst jetzt, nach gemeinsamen Regeln besser zusammenzuarbeiten.

Die Eurozone hat immerhin einige Lehren aus der Krise gezogen: Es gilt, national fragmentierte Finanzmärkte durch eine sogenannte "Bankenunion" zu überwinden,


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